Wer wir sind und was wir tun

Was heisst Gläus?

Die Bezeichnung Gläus stammt vom Baseldeutschen Santiglaus, was soviel wie Sankt Nikolaus heisst. Santiglaus ist also der hiesige Ausdruck für den Weihnachtsmann. Das Santi im Glaus wurde kurzerhand gestrichen. Gläus als Mehrzahl von Glaus ist demnach einfach eine Abkürzung und müsste, ginge es nach Suter (Rudolf Suter, Baseldeutsch-Wörterbuch, Basel 1992, S. 184), korrekt Glais heissen.

Wir wollen aber nicht übertreiben, schliesslich gehören wir auch nicht dem Daig (von Teig, als Bezeichnung für die ‚bessere’ Basler Gesellschaft) an und sprechen lieber so, wie uns der Schnabel gewachsen ist. (Einzahl bedeutet Glais übrigens Geleise, hoho.) Lässt man den Heiligenteil, also das Santi weg, so steht Glaus gemäss Suter (S. 93) einerseits für den Namen Klaus oder Niklaus, andererseits war es Mitte des 20. Jahrhunderts auch ein populärer Ausdruck für Dummkopf oder Nichtskönner... Wie gesagt, Gläus bezieht sich bei uns auf den Weihnachtsmann. Allerdings kann man nicht abstreiten, dass manch ein Glaus, v. a. wenn es auf närrische Zeiten zugeht, durchaus auf dumme Gedanken kommt und sich zuweilen in Zustände begibt, wo er dann auch nichts mehr kann!?!

Gläus am Basler Fasnachtsdienstag

Ja, die närrischen Zeiten zu Basel, oder richtig die Basler Fasnacht ist denn auch der Anlass, warum es d’Gläus überhaupt gibt: Am Fasnachtsdienstag sind wir als Tambourengruppe unterwegs. Und natürlich stellt sich jetzt zwangsläufig die Frage, weshalb nur am Dienstag, wo doch die Fasnacht von Montag bis Mittwoch dauert? Die Antwort ist einfach: Wir sind eine sogenannte Zyschtigsgruppe. Zyschtig heisst Dienstag und dieser Tag ist der Tag aller Tage für einen Fasnächtler. Also das Nonplusplusultra, das süsseste aller Sahnehäubchen, Champagnerkorkenknallen hoch zehn, frohlockendes Frohlocken, kurz: ‚Mer hän der Himmel uff Ärde’. Während wir am Montag und Mittwoch an unsere Cliquen gebunden sind und den Cortège bestreiten, ist der Dienstag frei gestaltbar. D.h. in Bezug auf Ort, Zeit, Personen und Kostümierung macht jeder, was er will. Alle die bei uns mitmachen, haben sich dafür entschieden, den Dienstag als Gläuse zu bestreiten. Man kann, wenn man will, am Dienstag auch nach Engelberg Ski fahren gehen, hohoho. Wir bevorzugen da allerdings eher konventionellere Fasnachtspraktiken.

Auszwei stammen verschiedenen Cliquen zusammengewürfelt

Als zusammengewürfelte Gruppierung sind die Meisten von uns aus der Basler Mittwoch-Gesellschaft (kurz BMG) – machen also am Montag und am Mittwoch bei dieser Clique mit. Einige sind bei den onYva zu hause und zwei stammen von den Optimischte. Die BMG ist eine reine Männerclique und deshalb gibt es auch bei den Gläus nur Männer. Wir treffen uns gegen 11 Uhr vormittags im Restaurant Löwenzorn am Gemsberg 2-4. Einige Verrückte sind schon ab 9 Uhr unterwegs. Unser Kostüm ist der Glaus, also der St. Nikolaus und mit diesem geht es dann als Tambourengruppe los. D.h. bei uns wird nur getrommelt, es gibt keine Pfeifer! Dafür gibt es noch einen Esel, weil der Santiglaus ja auch immer einen dabei hat (zumindest in unseren Breitengraden). Ab 20.00 Uhr bis ca. 01.00 Uhr sind wir dann wieder mit der BMG unterwegs. Als eine der wenigen Cliquen Basels hat diese (wie auch der Dupf-Club) am Zyschtig einen offiziellen Programmteil.

Wie es zum Namen kam

Die Idee als Weihnachtsmänner kostümiert den Zyschtig zu bestreiten, kam den Gründer-Gläusen übrigens im Dezember 1994. Bei einem Umgang (Kneipentour), zu später Stunde und wohl auf dem Weg ins Kleinbasel, erblickten diese im Schaufenster des Modehauses Feldpausch Schaufensterpuppen, die als Weihnachtsmänner verkleidet waren. Im Zustand der Halbnüchternheit hat dieser Anblick derart amüsiert, dass ein Beschluss kurzerhand gefasst und danach auch gerade begossen wurde. Rational ist dieser zugegebenermassen im Nachhinein nicht zu vollziehen... Was wir damals nicht wussten: 1946 war die Junge Garde der Basler Mittwoch-Gesellschaft mit dem Sujet 'Profi Niggi Näggi' unterwegs. Das Foto, das wir im Archiv der BMG entdeckt haben, zeigt vermutlich die Junge Garde 1946 im Sujetkostüm. Gläus - Zufall oder Intuition?