Gläus - eine wissenschaftliche Untersuchung

Allgemein

Der Glaus (lat. Nicolai) ist eine trommelnde Primatenart aus der Familie der Fasnächtler (Homo carnevalae). Gemeinsam mit dem Pfeifer (Fistulator vulgaris) bildet er die Gattung der traditionellen Basler Cliquen (Turma basiliensis). Von seinem bekannten Verwandten, dem Basler Tambour (Potator basiliensis), unterscheidet er sich durch übermässigem Bartwuchs und zwanghaftem Stöhnen ("Ho-ho-ho").

Körperbau

Gläus erreichen eine Kopfrumpflänge von 153 bis 189 Zentimetern, wie alle Basler Tambouren sind sie schwanzlos (d.h. keine Rute!). Hinsichtlich des Gewichtes herrscht ein deutlicher Instrumentendimorphismus: während Tambouren ein Gewicht von 80 bis 120 Kilogramm erreichen, werden Pfeifer nur rund 40 bis 80 Kilogramm schwer (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das Fell ist Rot oder Schwarz gefärbt.

Verbreitung und Lebensraum

Gläus sind in der Region Basel endemisch, wo sie nur im Gross- und Kleinbasel vorkommen. Der Flussbogen des Rheines stellt die Grenze zum Jagd- und Saufgebiet dar. Im Gegensatz zum Basler (Homo basiliensis) sind Gläus auf Bierbeizen beschränkt, wo sie sich vorwiegend aufhalten und jagen.

Fortbewegung und Aktivitätszeiten

Gläus können sich bei der Nahrungssuche sowohl in Bierbeizen als auch in Privatwohnungen aufhalten, sie sind jedoch vorrangig Beizengänger. In den Beizen bewegen sie sich meist schleppend und torkelnd fort, das heisst sie klammern sich mit beiden Händen am Bierglas fest. Nüchtern zeigen sie eine grössere Bewegungsvielfalt (zweibeinig, vereinzelt mit fahrbarem Untersatz).
Wie alle Tambouren sind sie nachtaktiv. Höhepunkte ihrer Aktivität liegen um Mitternacht und in den frühen Morgenstunden. Zur Tageszeit rasten sie.

Sozialverhalten

Die Sozialstruktur der Gläus wird als "Fission-Fusion-ORganisation" (Trennen und Zusammenkommen) beschrieben. Das bedeutet, sie leben in Grossgruppen von 20-30 Tambouren, die sich oft in Untergruppen während des Jahres von meist 6-10 Tambouren aufteilen, um während der Karnevalszeit wieder zusammenzukommen.

Sexuelle Interaktion

Die Interaktion mit weiblichen Primaten findet meist ausserhalb der Karnevalszeit statt. Dies dürfte der Freude am Karneval dienen (Fasnacht in Basel war lange reine Männersache) und wird unabhängig vom Alter so gehandhabt. Ausnahme ist das Gewähren sexueller Kontakte zu Hause bei Futtermangel oder übermässiger Spermaproduktion. Der Geschlechtsverkehr kann dabei auch mit zugewandten Gesichtern (Missionarsstellung) erfolgen. Entgegen einer weitverbreiteten Annahme gschieht dies aber nicht ausschliesslich, sondern nur rund in einem Drittel der Fälle. Andere Formen beinhalten gelegentlichen das Streicheln der Genitalien und Oralsex. Letzteres wird häufig vom Weibchen praktiziert, da es der Versöhnung und der Regulierung von Spannungen mit dem Glaus zu Hause dient. Es zeigt auch die hierarchische Rangstufe, da es häufig vom rangniederen Weibchen begonnen wird.

Werkzeuggebrauch

Im Gegensatz zum Pfeifer ist bei den Gläusen in freier Natur kein Werkzeuggebrauch bekannt. Die Gründe dafür sind nicht genau geklärt, man vermutet aber, dass für ihre hauptsächlich aus Gersten, Hopfen und Malz bestehende Nahrung keine Notwendigkeit besteht. Bei Gläusen in weiblicher Obhut lässt sich hingegen die Verwendung von Werkzeugen (Messer und Gabel) beobachten.

Kommunikation

Verglichen mit gemeinen Fasnächtlern überwiegen in der Kommunikation die lautlichen Äusserungen ("Ho-ho-ho"s, Furzen und Rülpsen) gegenüber der Verwendung von Körperhaltung und Gesichtsausdrücken, was vermutlich durch ihr Leben in dunklen Bierbeizen bedingt ist. Ein lauter Rülpser dient der Kontaktaufnahme, ein an Donnergroll erinnernder Furz stellt eine Warnung dar. Andere Laute können Aufregung, Zufriedenheit und anderer mehr ausrücken. Ein hechelndes Ein- und Ausatmen stellt ein Äquivalent zum vulgären Lachen dar.

Bedrohung

Gläuse gelten als bedrohte Primatenart, sowohl aufgrund der Verdrängung aus ihrem Lebensraum durch lärmende Formationen (Guggenmusik u.ä.), als auch aufgrund des Eindringens weiblicher "Tambeusen" in Bierbeizen als dramatische Folge der Emanzipation.

Literatur

1. Flavio Confetti: Gläuse, Sex und Gesellschaft
2. Morgen S. Treich: Kulturelle und linguistische Kompetenzen der Gläuse
3. Waggis (2003), S. 209